Culture Hacks für die Energiewirtschaft

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Vieles, was den Arbeitsalltag schon länger belastet hat, kommt in Zeiten von Corona nochmals deutlicher an die Oberfläche. Unproduktive Arbeitszeiten, langwierige Meetings, schlechte Kommunikation oder fehlendes Feedback stören – nicht nur in der Energiewirtschaft – die Prozesse und Ergebnisse noch erheblicher, wenn sich die Mitarbeiter nicht sehen können, Fragen und Ängste im Raum stehen oder die Arbeitszeit im Home Office mit Familienzeiten kollidiert.

Eine sinnstiftende Arbeit, in die sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten einbringen können, ist die Grundlage des New-Work-Gedankens. Wer in der aktuellen Situation nicht an die Veränderung der unternehmensweiten Kultur denken möchte, kann vielleicht doch etwas bewirken – mit Culture Hacks.

Was sind Culture Hacks?

Die Idee ist simpel: Kleine Veränderungen, die quer liegen zum „Das haben wir schon immer so gemacht“ – in großen Unternehmen, aber auch in kleinen, eingespielten Teams – werden gemeinsam getestet. Über einen vorher festgelegten Zeitraum darf nicht davon abgewichen werden. Danach wird evaluiert und nachgebessert.

Culture Hacks greifen dabei Probleme auf, die sich durch festgefahrene Muster eingeschlichen haben.

Ein paar Ideen:

  • Problem: Meetings sind zu dicht aneinander geplant, immer kommt jemand zu spät. > Hack: Meetings starten immer fünf Minuten nach der vollen Stunde.
  • Problem: Einige Teilnehmer sind während des Meetings unkonzentriert und arbeiten parallel weiter > Hack: Einen festen Zeitraum während des Meetings einplanen, in dem Mails gecheckt werden sollen.
  • Problem: Entscheidungen dauern zu lange. Hack: Alle Entscheidungen müssen nach spätestens 48 Stunden getroffen worden sein. Sonst tritt eine vorher abgemachte Entscheidung automatisch ein.
  • Problem: Während der Corona-Zeit fehlt der informelle Austausch. Hack: Bewusst virtuelle Kaffeepausen und Zeiten für ein Feierabendbier einrichten, in denen auch andere Kanäle zur Kommunikation genutzt werden.

Culture Hacks in der Energiewirtschaft: Ein Beispiel

Die Herausforderung: In einem mit virturellen Meetings durchgetakteten Arbeitstag fehlt die Zeit, um Aufgaben zu bearbeiten – das fällt zu häufig auf die Zeit nach Feierabend. Verschärft wird das Problem, weil aus jedem Termin neue Aufgaben entstehen.

Der Hack: Die Termine werden genutzt, um Aufgaben gleich während des Termins zu erledigen. Direkt in der Online-Zusammenarbeit ist auch Gelegenheit für das Feedback von Kollegen, was wiederum Zeit spart und Verzögerungen vermeidet.

Sollte eine*r der Beteiligten an manchen Stellen etwas länger brauchen, bekommen die anderen Kollegen „frei“, um ihrerseits eine andere Aufgabe anzugehen oder sich einen Kaffee zu holen.

Wichtig dabei: Diese Art des Meetings muss gut vorbereitet sein und sollte auch zum Aufgabenfeld passen. Wenn es um die Verteilung von Projektaufgaben geht, können Arbeitsschritte in digitalen Kanban-Boards direkt erfasst werden.

Culture Hacks: Welche passen in Ihr Team?

Das allerwichtigste an Culture Hacks ist, dass der jeweilige Hack auch zur Kultur passt. Das heißt, die Ideen müssen aus dem Team entstehen und Lösungen für genau die jeweils akuten Probleme bieten.

In Teams, die erfolgreich mit Hacks arbeiten, entstehen neue Formen der Zusammenarbeit und ein ganz anderes Arbeitsverhältnis.

Vorraussetzungen für einen gelungenen Hack sind:

  • der experimentelle Charakter
  • ein Lernen-Wollen aller Beteiligten
  • Irritation annehmen können, um einen neuen Blick auf das System zu bekommen
  • kleine Veränderungen ausprobieren, die langsam gesteigert werden

Ansprechpartner für New Work bei der K.Group

Stefan Michaelis

stefan.michaelis@kgroup.de

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