Geschäftsmodell des Monats Februar: Einheitliche Fernauslesung und Fernzugriff auf dezentrale Anlagen

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Der Aufwand der Betriebsführung von Anlagen aus dem Bereich MSR (Messen, Steuern, Regeln) steigt mit der Anzahl der zu führenden Assets. Energie-Contractoren und Betreiber solcher Anlagen ärgern sich oft über fehlende einheitliche Fernzugriffssysteme, IT-Sicherheitskonzepte und eine Vielzahl an herstellerindividuellen Lösungen. Abhilfe können Plattformkonzepte zur Vernetzung und Fernsteuerung dieser dezentralen Anlagen leisten, wie bspw. das Unternehmen ISONA diese anbietet.

Was macht das Unternehmen?

Als IT-Dienstleister aus dem Rhein-Main-Gebiet vernetzt ISONA GmbH seit ca. 10 Jahren dezentrale Anlagen und realisiert über das Internet die Fernauslesung und Fernzugriffe auf diese. Diese Vernetzung geschieht über internet-basierte VPN-Verbindungen und kann somit ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleisten. Durch die Fähigkeit eine heterogene Anlagenlandschaft an das System anzubinden ist die Lösung universell einsetzbar. Damit befähigt das Unternehmen Betreiber einer Vielzahl von Anlagen mit verschiedenen proprietären (und verschieden ausgeprägten) Fernzugriffssystemen, Zugriffe auf die eigenen Anlagen, in einer Plattform darzustellen. Die Anwender sehen die wichtigsten Parameter aller Anlagen auf einen Blick und können diese aus der Plattform heraus so bedienen, als wären sie selbst vor Ort. Ausgenommen sind selbstverständlich physikalische Handbedienvorgänge.

Durch ausgeprägte administrative Funktionen kann die Plattformlösung als Steuerzentrale für Fernanfragen fungieren. So können bspw. eingeschränkte oder temporäre Zugriffsrechte vergeben werden und bei Bedarf ein Mitschnitt der Fernzugriffe von Dienstleistern auf die Anlagen erstellt werden. Um die Anlagen für die Kommunikation mit der Plattformlösung zu befähigen, bedarf es keiner umfangreichen Installationsschritte. Oftmals reicht der ISONA Secure Automation Stick (USB-Stick) aus, um den Fernzugriff per VPN (ohne Installation auf dem PC) zu ermöglichen. Als vorkonfiguriertes und getestetes Paket aus Hardware (z.B: Gateway und USB-Stick) und Software ist die Lösung für die Realisierung der Fernzugriffe somit direkt einsetzbar.

Der ISONA Secure Automation Stick für die Plug-In Fernzugriffslösung

Auf welche Zielgruppen zielt dieser Ansatz ab?

Der Ansatz Fernzugriffe auf dezentrale Anlagen in einer webbasierten Plattform zu vereinheitlichen zielt vor Allem auf folgende Unternehmen ab:

  • Industrieunternehmen mit einer Vielzahl von dezentralen industriellen Anlagen mit Steuereinheiten unterschiedlicher Hersteller
  • Dienstleister für die Versorgung mit Nutzenergien (Energie Contractoren)
  • Unternehmen, die für einzelne Betriebsführungsaufgaben auf Dienstleister (Drittunternehmen) zurückgreifen

Gerade Wärmeversorger wie die GASAG Solution Plus und diverse Stadtwerke in Deutschland greifen bereits auf die Lösung von ISONA GmbH zurück.

Welche Vorteile birgt dieser Ansatz für Energieversorger?

Für EVU, die dezentrale Assets managen (eigene Erzeugungsanlagen und/oder sich in der Contractoren-Rolle befinden) sind die Personalaufwände in der Betriebsführung oftmals ein zentraler Kostentreiber. Durch einen einheitlichen Fernzugriff auf eine Vielzahl von Anlagen, kann die Anzahl von Anlagen-Fahrten von Technikern signifikant reduziert werden. So müssen die Techniker nicht für jede Kleinreparatur und Entstörung von Anlagen (z.B. Anpassung einer Ventilstellung, …) ausrücken, sondern sind befähigt viele dieser Umstände über den ISONA Secure Automation Stick für alle Anlagen im eigenen Verantwortungsbereich aus der Ferne durchzuführen. Darüber hinaus kommt es häufig vor, dass dritte Dienstleister einen Fernzugriff auf eine Anlage benötigen (bspw. Windows Update). Durch ein sicheres Rollen- und Zugriffskonzept können Fernzugriffe Dritter sicher überwacht und ausgewertet werden.

Das Unternehmen ISONA bietet die Lösung auch als White-Label an. So kann ein EVU das Webportal oder auch den Secure Automation Stick eigenen Kunden (z.B. Industrieunternehmen) als Lösung anbieten und somit das eigene Produktportfolio mit IT-Services anreichern.

Den Implementierungskosten (Set-Up und jährliche Lizenz, in einer Basisausprägung ca. 6.000 € einmalig und ca. 1.500 €/a – je nach zu nutzenden Modulen) stehen in erster Linie Einsparpotentiale und Imagevorteile gegenüber:

  • Entfall von manuellen Ableseprozessen: Durch Lösungen für Fernzugriffe entfällt grundsätzlich der Ärger (z.B. fehlerhaft abgelesene Messwerte, Wiederholungsbesuche der Ableser, da Hausbesitzer nicht angetroffen werden usw.).
  • Plattformgedanke: Durch die Bündelung von verschiedenen Fernzugriffen in einer Plattformlösung, kann sich die technische Mannschaft auf ein einziges IT-System für diese Art von Aufgaben fokussieren. Das System von ISONA kann somit umfänglich die Datenbereitstellung für die klassischen übergeordneten Leitwarten und Energiedatenmanagementsysteme übernehmen.
  • Proaktive Wartung: Die Fernzugriffsstrategie befähigt bspw. Contractoren zu einem Versprechen einer höheren Reaktionsgeschwindigkeit bei beliebigen Anlageneigenschaften (Anlagenhersteller und/oder –Größe). Der Contractor kann durch die rechtzeitige Alarmierung bei Störungen die durchgängige Bereitstellung von z.B. Wärme gewährleisten, der Endkunde hat keine „Versorgungslücke“.

Wer sind die Wettbewerber?

Einzelne Anlagenhersteller haben bereits eigene Fernzugriffslösungen implementiert. Diese befähigen die Betreiber der Anlagen oftmals verschiedene Anlagen eines einzelnen Herstellers in einer Plattformlösung zu bündeln (z.B.: WinCC von Siemens).

Als zentrale übergreifende Plattformlösung für Fernzugriffe auf eine heterogene Landschaft aus Anlagen verschiedener Dimensionen (klein und groß und verschiedene Hersteller) differenziert sich der Ansatz von ISONA nach eigenen Angaben von Anbietern am Markt.

Was sind die Herausforderungen?

Das Thema Fernzugriff auf technische Komponenten geht Hand in Hand mit Bedenken aus dem Bereich der IT-Sicherheit. Durch die Plug-In-Fähigkeit beim Aufbau von VPN-Verbindungen z.B. über den Secure Automation Stick wird die Lösung von ISONA heute dem Anspruch der Unternehmen an höchste IT-Sicherheit gerecht. Diese Prämisse gilt es bei zukünftigen technologischen Fortschritten auch weiterhin zu wahren.

Darüber hinaus findet sich eine Herausforderung im Trend von systemunabhängigen „offenen“ Ansätzen wieder. Standardisierte Schnittstellen und freie, offene Zugriffe können in Zukunft dazu führen, dass es immer mehr Lösungen geben wird, die offene Plattformansätze auch in der technischen Anlagenwelt ermöglichen werden.

Wir sind der Überzeugung, dass der Plattformgedanke im Zuge zunehmender, heterogener EDL-Lösungen (u.a. mit zunehmend auch technischen Anlagen als Produktkomponenten) an Bedeutung gewinnt. Gerade in Zeiten eines hohen Effizienzdrucks im EDL-Geschäft müssen Entscheidungen über IT-Systeme nennenswerte Einsparungen von Prozesskosten erzielen und zu bestehenden, Lösungen (z.B. Leitwarten) kompatibel sein. Als Teil einer ganzheitlichen IT-Strategie, sehen wir Plattformlösungen zu einheitlichen Fernkommunikation mit dezentralen Anlagen als sinnvollen Baustein an, um den Herausforderungen im täglichen technischen Geschäft zu begegnen.

Link zum Unternehmen: www.isona.de

Adam Wolf
Innovationsmanager bei der K.LAB
Energie-Ingenieur mit Querdenker-Mind-Set. Experte für Design Thinking, Customer Experience und Geschäftsmodellentwicklung.

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