#NewWork – Wie wird die Energiebranche zukünftig arbeiten?

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In Beratungsaufträgen erleben wir immer wieder, dass sich Unternehmen kreative, eigenverantwortliche Mitarbeiter wünschen, gleichzeitig aber jegliche Kreativität und Eigenverantwortung in verkrusteten Strukturen ersticken lassen. Weil wir alle heute in viel kürzeren Entwicklungszyklen arbeiten als noch vor wenigen Jahren, lähmen hierarchische Strukturen die Wettbewerbsfähigkeit und verhindern unternehmerische Erfolge. Innerhalb dieses tiefgreifenden, sehr diffusen Kulturwandels in unseren Unternehmen bietet die New Work-Idee vielversprechende Ansätze und Orientierung.

Was steckt dahinter?

New Work wird häufig mit den Begriffen wie Home-Office, Gleitzeit und Sabbatical in Verbindung gebracht. So wie ein Obstkorb allerdings noch kein betriebliches Gesundheitsmanagement ausmacht, ist ein Tischkicker noch nicht New Work. Vielmehr als um kosmetische Korrekturen geht es um ein anderes Menschenbild und eine neue Art und Weise der Zusammenarbeit:

Verkrustetes Hierachie- und Silodenken weichen Selbstorganisation und einer Kultur des gegenseitigen Vertrauens. Informationstransparenz und Teamdenken bilden einen fördernden Rahmen für motivierte Mitarbeiter, anstelle lähmende Stagnation durch starre Prozesse und Abteilungsgrenzen. Die zentrale Unternehmung, also der ursprüngliche Existenzgrund des Unternehmens, rückt für jeden Einzelnen in den Vordergrund. Es wird Raum geschaffen für Kreativität und Selbstständigkeit der Mitarbeiter – zum Überleben in einem immer komplexeren Wettbewerbsumfeld.

Durch eine konsequente Umsetzung des New Work-Gedankens lassen wir es zu, dass sich Unternehmensprozesse, Organisationsstrukturen und die Arbeitskultur der Mitarbeiter verändern.

Woher kommt der Begriff?

Das Konzept von New Work wurde erstmals von dem amerikanischen Sozialphilosophen Prof. Dr. Frithjof Bergmann entwickelt. Bergmann beschäftigte sich mit der philosophischen Frage nach der Freiheit des Menschen. Nichts schien den Menschen unfreier zu machen als Arbeit, stellte er fest. Mit New Work verwirklichte Bergmann seiner theoretischen Überlegungen in der Praxis – als radikal neuer Gegenentwurf zum Taylorismus. Seine These: Die bisherige Arbeitswelt ist am Ende. Und die fortschreitende Automatisierung führt immer mehr dazu, dass die Menschen sich mit der Frage konfrontiert sehen: „Wie willst Du zukünftig arbeiten?“

Die Überlegung von Bergmann ist: New Work entsteht nicht einfach, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter mit neuen Technologien wie Tablets und Smartphones ausstatten. Es gehört mehr dazu. New Work ist das Ergebnis eines langen, begleiteten Prozesses, der mit der Frage beginnt, was wir wirklich tun wollen. Denn Menschen sollen – und dürfen – ihre eigene Persönlichkeit in die Arbeit einbringen und aus der Arbeit einen Sinn für ihr Leben gewinnen.

Was denkt K.GROUP?

Wir sehen in der New Work Theorie einen vielversprechenden Ansatz zur zukunftsfähigen Ausrichtung eines Unternehmens. Bei vielen Kunden aus der Energiewirtschaft erfahren wir in unseren Beratungsprojekten, die Schwierigkeiten, die aktuelle Arbeitskultur und Organisationsstrukturen mit sich bringen. Nicht selten kommt es beispielsweise vor, dass wichtige Informationen und Daten nicht über Abteilungsgrenzen hinweg ausgetauscht werden – obwohl Andere diese Daten und Informationen für ihre Arbeit benötigen. Diese Unternehmen verschenken unglaubliches Potenzial.

Wir begreifen die Herausforderungen schneller Veränderungen als Chance, unsere Arbeitswelt neu zu gestalten — und zwar so, dass sowohl Mitarbeiter*innen als auch Unternehmen davon profitieren.

New Work ist für uns auch voneinander lernen und ausprobieren – am besten gemeinsam im Netzwerk. Wir wollen uns dem Konzept gemeinsam mit Vordenkern, Anwendern und Interessierten aus der Energiewirtschaft in unserer NEW WORK SCHULE nähern betrachten – mehr dazu hier.

Autoren

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Stefan Michaelis
Der Autor interessiert sich besonders für digitale Transformation, effiziente wie nachhaltige Organisationsentwicklung und den Aufbau von Geschäftsmodellen und unternehmensübergreifenden Kooperationen

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Robert Schneider
Der Chemieingenieur und Berater bei der K.Group arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Messwesen, Organisationsentwicklung und Geschäftsmodellentwicklung

Weiteres zum Thema findet sich unter anderem

  • in diesem inspirierenden Beitrag von Prof. Dr. Frithjof Bergmann auf der XING New Work Experience 2017: https://www.youtube.com/watch?v=29IoGFD86QM&t=233s
  • in diesem Buch von Hackl, Wagner, Attmer: New Work: Auf dem Weg zur neuen Arbeitswelt: Management-Impulse, Praxisbeispiele, Studien

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