Was kann die Organisation vom iPhone lernen?

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In der Energiewirtschaft treffen wir immer wieder auf sehr ähnliche organisatorische Herausforderungen:

  • Wichtige Fragen brauchen lange bis diese entschieden sind – weil nicht klar ist, wer zu entscheiden hat und die entsprechende Kompetenz nicht auf die tatsächlich ausführenden Mitarbeiter übertragen wird
  • Prozesse werden nicht aus Kundenperspektive betrachtet, sind unübersichtlich – und immer sehr aufwendig, falls diese angepasst werden sollen
  • Fehlende Kommunikation und Intransparenz zwischen verschiedenen Organisationseinheiten (ausgeprägtes Silodenken)
  • Mitarbeiterführung und –Entwicklung ist stark abhängig von Individuen – nicht jedoch von einem übergreifenden Mindset (wie bspw. Servant Leadership)

Obwohl die meisten dieser Unternehmen zertifizierte Prozessmodelle und eine ausgeprägte Organisationssicherheit haben, sind wesentliche Faktoren einer organisatorischen Stabilität nur ungenügend ausgeprägt. Um die Chancen eines sich verändernden Umfeldes wahrzunehmen, braucht es aber ein stabiles Grundgerüst – ergänzt um situative Flexibilität. Wie in unserem Artikel Wandlungsfähigkeit von Organisationen beschrieben sind es gerade die Kombination aus Grundstabilität sowie flexiblen Elementen, die die Organisationen wandlungsfähig machen.

Im Rahmen dieser Überlegungen können Organisationen einiges vom Erfolg des iPhones lernen. Hier stellt das Betriebssystem und die Hardware die notwendige Stabilität sicher – und die Apps liefern situativ flexible Anwendungsmöglichkeiten:

Organisations iPHONE
iPhone für wandlungsfähige Organisation

Wesentliche stabilisierende Faktoren sind:

  • Standardisierte Prozesse: Klarheit darüber, welchen Stellenwert/Wertbeitrag funktionierende Prozesse (Warum?) haben und wie diese weiterentwickelt werden
  • Gemeinsame Vision und Ziele: geteilte Klarheit darüber, welche Ziele verfolgt werden – idealerweise gemeinsame Entwicklung von Zielen und der dazugehörigen Strategie
  • Handlungsorientiertes Entscheidungsgerüst: wie sind in welchen Fällen Entscheidungen – möglichst nah am Schwerpunkt der tatsächlichen Arbeit – zu treffen und wer ist zu involvieren?
  • Konkrete wie strategische Leitlinien: an welchen Stellen gibt es klare Vorgaben bzw. Orientierungspunkte mit wegweisendem Charakter
  • Von Zusammenhalt geprägte Gemeinschaft: von Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur, welche gegenseitige Unterstützung fördert und das gemeinsame Ziel vor das Individuum stellt

Wesentliche Aspekte, welche für die notwendige Flexibilität wichtig sein können:

  • Engagierte Partnerschaften und Interaktionen mit dem Umfeld: Förderung von Vernetzung über die Unternehmensgrenzen hinaus
  • Chancen wahrnehmen und ergreifen: werden Chancen, die sich aus dem Umfeld/Markt ergeben realisiert und zielgerichtet adressiert
  • systematisches Lernen: gibt es eine Kultur, die Lernen fördert und Methoden, die Lernen systematisiert (bspw. Über Einsatz und Nachhaltung von Retrospektiven)
  • Informationstransparenz: gibt es einen regelmäßigen Austausch und Zugang zu relevanten Informationen (sowohl entsprechend Raum als auch Formate und Kommunikation) – interdisziplinär über Hierarchiestufen hinweg
  • Technologie, Systeme und Tools: gibt es Tools und systemische Unterstützung für eine effiziente Zusammenarbeit und eine Automatisierung von redundanten manuelle Schritten

Wenn Sie Ihre Organisation gerne einmal überprüfen wollen, wie diese innerhalb der beschriebenen Kategorien aufgestellt ist – und wo ggf. Handlungsbedarf besteht – dann freuen wir uns über eine Nachricht an Stefan Michaelis.

StefanM.jpgAutor: Stefan Michaelis
Der Autor interessiert sich besonders für effiziente wie nachhaltige Organisationsentwicklung, agile Methoden und den Aufbau von Geschäftsmodellen und unternehmensübergreifenden Kooperationen

Quellen:

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