Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Start-Ups

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Durch die Energiewende und die Digitalisierung verändert sich in der Energiewirtschaft aktuell vieles. Um den stetigen Veränderungen mit zu halten, suchen immer mehr der großen Energieversorger nach den Geschäftsmodellen der Zukunft – zunehmend auch durch Zusammenarbeit mit Start-Ups.

Sowohl etablierte Unternehmen und Stadtwerke als auch Start-Ups treibt ihr Unternehmergeist voran. Trotzdem unterscheiden sich ihre Arbeitskulturen teilweise signifikant. Start-Ups haben meist flache Hierarchien, weniger Pfad-Abhängigkeiten und nutzen agile Methoden zur Innovations-Validierung. Etablierte Unternehmen und Stadtwerke hingegen verfügen in der Regel über mehr Markterfahrung und große Netzwerke. Eine beidseitig nutzenbringende Zusammenarbeit erfordert Flexibilität und Anpassungsfähigkeit von beiden Seiten.

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Fraunhofer Venture arbeitet mit dem Programm Venture Connect daran eben solche externen Innovationen in mittelständischen Firmen voranzutreiben und zu unterstützen. Das Programm setzt dabei noch vor der Gründung des Start-Ups an und bringt Forscher mit innovativen Technologien und Firmen zusammen. Eine frühe Kooperation zwischen Unternehmen und Gründerteams ermöglicht eine Entwicklung des Produktes passend zum Anwendungsfall des Unternehmenspartners. Lucas Siebeneicher ist Programm Manager bei Venture Connect und berichtet im Folgenden von seinen Erfahrungen im Rahmen des Programms und den gewonnenen Erkenntnissen über die Voraussetzungen für den Erfolg solcher Kooperationen.

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Im Rahmen von Venture Connect habt ihr schon mehrere Matching-Days durchgeführt, an welchen ihr Forscher und Unternehmen mit Interesse an einem bestimmten Thema gezielt zusammenbringt. Wie läuft ein solcher Tag ab?

Im Grunde kann man sich einen Matching Day, wie wir ihn in der Vergangenheit durchgeführt haben, wie eine Art offene Plattform zur Zusammenarbeit vorstellen. Wir nutzen Methoden des Design Thinkings und die Denkansätze eines Start-Ups, um sowohl unsere Forscher als auch die Unternehmen in einen kooperativen Arbeitsmodus zu bringen. Diese Art des Arbeitens macht es möglich in hoher Geschwindigkeit gemeinsam auf neue Ideen zu kommen. Ausgangspunkt ist bei uns zumeist eine konkrete Technologie oder ein konkreter Marktbedarf unserer Partnerunternehmen.

Wie bereitet ihr die Start-Ups und die Teilnehmer der etablierten Unternehmen auf einen solchen Tag vor?

In der Vergangenheit haben wir insgesamt relativ wenig Vorbereitung verlangt. Wir achten jedoch darauf, dass alle Teilnehmer eine gewisse Grund-Offenheit mitbringen. Auf Fraunhofer-Seite achten wir auf die Möglichkeit aus der Technologie ein Start-Up entstehen lassen zu können. Auf Unternehmensseite, ist es uns wichtig dass ein klarer Weg da ist, wie mit entstehenden Ideen intern umgegangen werden kann.

Was sind typische Schwierigkeiten, die im Rahmen der Etablierung einer solchen Zusammenarbeit häufig auftreten?

Grundsätzlich ist es natürlich eine Herausforderung nach einem inspirierenden und motivierenden Workshop diese Energie in den Arbeitsalltag zu übersetzen und diese Arbeitsweise in der Geschwindigkeit beizubehalten. Nicht zu unterschätzen ist der zum Teil doch noch lange Weg bis zur finalen Marktreife einer high-tech Innovation wie wir sie häufig sehen – aber dafür meist auch einen umso stärkeren Wettbewerbsvorteil am Markt bewirkt. 

Was sind Indikatoren, die eine mögliche Kooperation besonders vielversprechend machen?

Wenn auf beiden Seiten ein klarer Mehrwert zu erkennen ist und damit ein Win-Win entsteht. Ganz wichtig ist natürlich der Wille auf beiden Seiten auch einmal unkonventionelle Wege zu gehen.

Was glaubst du ist besonders für Stadtwerke wichtig, die eine Zusammenarbeit mit Start-Ups anstreben?

Stadtwerke haben in Ihrer Regionalität und der damit häufig begrenzten Größe Nachteil und Vorteil in diesem Punkt vereint. In Zeiten des digitalen Wandels, der häufig größere Investitionen verlangt und letztlich nur über Skalierung und Netzwerkeffekte einen wirklichen Gewinn abwirft, haben kleine, regionale Unternehmen schnell ihre Grenzen erreicht. Der große Vorteil von Stadtwerken ist jedoch der Kundenzugang und eben die Regionalität. Diese sollte sich in ein besonders tiefes Verständnis von Kundenbedürfnissen übersetzen. damit kann ein unglaublicher Mehrwert für Start-Ups geschaffen werden. Als interessant schätze ich insbesondere Start-Ups ein, die regionale Dienstleistungen anbieten und damit gerade einen regionalen Partner benötigen – hier können völlig neue Geschäftsmodelle in der Partnerschaft für Stadtwerke entstehen.

Speziell für etablierte Unternehmen in der Energiewirtschaft gibt es bereits verschiedene Plattformen, die externe Innovationen unterstützen. Die VKU-Innovationsplattform zum Beispiel bringt seit ihrer Gründung im März 2018 verstärkt Start-Ups der Digitalbranche mit den rund 1.500 kommunalen Unternehmen des Verbands zusammen. Neben Plattform-Angeboten stellen auch Messen, wie beispielsweise die EcoSummit oder der Smart City Expo World Congress, einen passenden Rahmen für den Erstkontakt mit Start-Ups dar. Die nächste EcoSummit findet vom 15. bis 16. Mai 2019 in Berlin statt und der nächste Smart City Expo World Congress vom 13. Bis 15. November 2018 in Barcelona.

Klab_200cFür die kontinuierliche Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen bietet sich speziell für Stadtwerke auch unser Innovation-Lab (K.LAB GmbH) an. K.LAB entwicklet zusammen mit Stadtwerke-Partnern Geschäftsmodelle und Produkte ganz im Start-Up-Spirit. Auch hier sehen wir die Bereitschaft mit branchennahen Start-Ups in die Diskussion zu gehen und gemeinsam zu definieren wie Kooperationen, Pilotprojekte oder auch ein Wissensaustausch aussehen können. Bei Interesse mehr über unser K.LAB zu erfahren kontaktieren Sie: adam.wolf@klab-innovation.de.

Autor: Jana HelderBild1
Die Autorin interessiert sich besonders für moderne Managementformen in der Energiewirtschaft und Elektromobilität.

 

https://www.vku-innovation.de/
http://www.mittelstand-startup.de/
https://www.rkw-kompetenzzentrum.de/gruendung/blog/so-engagiert-sich-die-energiebranche-fuer-startups/

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