Planen wie ein Feldherr: Wie Sie mit Wargaming die Jahresplanung gestalten

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Wenn es draußen kühler wird, wird in Vorstandszimmern und Meetingräumen traditionell hitzig diskutiert: Herbstzeit ist Planungszeit.

Wer mit seiner Strategie für alles gewappnet sein möchte, setzt immer mehr auf Simulationsmethoden. Mit so genannten Business Wargames lassen sich Strategien umfassend testen und das Engagement der Mitarbeiter erhöhen. Wir bieten Ihnen hier einen kurzen Einblick und zeigen die wichtigsten Schritte auf.

Was wir am Wargaming so spannend finden: Mit dieser Methode stellen Sie sich neuen Realitäten und können es tatsächlich schaffen, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Denn bei unseren Beratungsklienten stellen wir immer wieder fest, dass das Kundenverhalten keine feste Bezugsgröße mehr ist, die sich voraussagen ließe, dass neue Konkurrenten bisher Unumstößliches durcheinander wirbeln können und der Markteintritt mit Innovationen für manche Planungsrunde zum Ratespiel geworden ist. Je nach Situation bzw. Umfang eines Themas kann der Umfang eines Wargames variieren – oft kann eine kurze Session schon als kreativer Impuls dienen, manchmal macht es mehr Sinn, eine Strategie aus Sicht eines Konkurrenten über einen längeren Zeitraum zuende zu denken.

So gestalten Sie ein Planungsspiel

  1. Check: Eignen sich die Kernfragen für ein Business Wargame?

Wer ein neues Produkt auf den Markt bringt, eine Preisstrategie entwickeln möchte oder zum Beispiel entscheiden muss, ob expandiert werden soll oder lieber nicht, kann sehr gut auf ein Business Wargame setzen. Generell eignen sich alle Fragestellungen für eine Simulation, die völlig unbekannte Faktoren einbeziehen, eine hohe Komplexität aufweisen oder die sich in den letzten Monaten irgendwie festgefahren haben.

  1. Geeignete Teilnehmer identifizieren und eine kompetente Leitung einsetzen

Der Erfolg des Planspiels steht und fällt mit den Teilnehmern. Neben einem kreativen, einfühlsamen und reaktionsschnellen Leiter braucht ein Simulationsspiel Teilnehmer, die sich auf Neues einlassen. Sie sollten in etwa gleich starke Gruppen aufgeteilt werden.

  1. Start mit dem Perspektivwechsel

Ein Szenario wird vorgegeben. Das kann beispielsweise der Markteintritt eines Konkurrenten sein. Dann schlüpfen die Teilnehmer über mehrere Runden in verschiedene Rollen, testen aus, wie sie sich angesichts unterschiedlicher Herausforderungen verhalten würden. Gespielt wird mit Computersimulationen, Spielbrettern oder in Form eines klassischen Rollenspiels, bei dem unterschiedliche Parteien einen Auftrag lösen. In dieser Phase des Spiels werden die Aktionen und Reaktionen relevanter Stakeholder erprobt.

  1. Analyse

Nach jeder Runde legen die einzelnen Parteien offen, warum sie sich für bestimmte Schritte entschlossen haben. Dies wird dokumentiert und analysiert. Oft finden einzelne Runden an mehreren Tagen hintereinander statt. 

  1. Rückübersetzung in die eigene Strategie

Sind die Schritte, die Konkurrenten, Medienvertreter, Kunden, Zulieferer und andere Stakeholder unternehmen könnten, klar, geht es an die Rücküberführung: Wie muss die eigene Strategie aussehen, damit sie den Schritten der Konkurrenten immer ein gutes Stück weit voraus ist? 

  1. Überprüfung der Methodik

Mit einem gewissen zeitlichen Abstand wird überprüft, welche Schritte unternommen wurden, welche Auswirkungen sie hatten und welchen Effekt das Simulationsspiel in diesem Zusammenhang hatte. Nur wer diesen Zwischenschritt geht, wird den Erfolg der Maßnahme über die Zeit erhöhen.

 

Werden diese Schritte konsequent umgesetzt, dann erreichen Sie mit einem Simulationsspiel, dass Chancen und Risiken allumfassend bewertet werden und sich Ihre Mitarbeiter stärker engagieren, weil sie emotional involviert sind. Wargames sind keine junge Erfindung, sondern gehören zu den ältesten Kulturtechniken.

Für mehr Informationen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten kontaktiere Sie gerne:

Adam

Adam Wolf,
Innovationsmanager bei K.LAB

adam.wolf@klab-innovation.de

 

 

Autorin: Kathrin Reikowski

Reikowski

Die Ethnologin, Systemische Beraterin und freie Autorin/Journalistin beschäftigt sich vor allem mit dem Wandel der Arbeitswelt.

 

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