Technology Scouting – dem technologischen Fortschritt auf der Spur

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Neue Technologien wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz sorgen häufig nicht nur für Euphorie, sondern auch für große Verunsicherung. Sie rufen bei vielen Unternehmen eine Reihe an Fragen hervor, die meist nicht schnell und pauschal beantwortet werden können. Ist die Blockchain eine disruptive Innovation, die in naher Zukunft die ganze Branche auf den Kopf stellen wird? Ist die Technologie bereits weit genug entwickelt, um sie effizient nutzen zu können? Kann sich das Unternehmen Künstliche Intelligenz zu eigen machen, um einen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb zu gewinnen? Oder handelt es sich lediglich um einen Hype, der in wenigen Monaten verflogen sein wird?

Um diese Unsicherheiten zu reduzieren und technologisches Wissen zu nutzen, kann es helfen einen strukturierten Technology Scouting Prozess zu implementieren. Unter Technology Scouting versteht man das systematische und kontinuierliche Beobachten und Bewerten technologischer Entwicklungen. Neben dem reinen Wissen über Technologien ist es dabei genauso wichtig den richtigen Partner für die Integration einer Technologie in die eigene Produkt- oder Prozesslandschaft zu identifizieren. Das bedarf interner Verantwortlicher (so genannte Technology Scouts) und klarer Prozesse. Wichtig ist hierbei nicht nur auf unternehmensinternes Wissen zurückzugreifen, sondern auch externe Wissensquellen einzubinden.  Neben Datenbanken, Patentregistern oder Fachstudien ist dabei vor allem ein breites Netzwerk aus Fachexperten, Forschungsinstituten, Start-Ups und Universitäten nötig.

Eine große Herausforderung beim Technology Scouting ist es die Vielzahl an verfügbaren Informationen im Überblick zu behalten, denn damit ein ganzheitliches Bild der technischen Entwicklungen am Markt erhalten werden kann, müssen Recherchedaten stets vollständig, aktuell und neutral sein. Dabei gibt es kostenpflichtige Tools und Angebote verschiedener Akteure, die den Technology Scouting Prozess erleichtern sollen. Beispiele hierfür sind die Datenbank Spotfolio oder der TechnologieRadar des Fraunhofer IAO. Spotfolio ist eine Plattform, welche es ermöglicht Technologien und Tech Start-Ups kontinuierlich zu screenen, nach Themen und Standorten zu clustern und nach relevanten Kriterien zu filtern. Der TechnologieRadar des Fraunhofer IAO unterstützt Unternehmen beim Technology Scouting, indem er neu aufkommender Technologietrends screent und relevante Technologien für das Unternehmen priorisiert. Diese werden anschließend mittels einer selbst entwickelten Software hinsichtlich Funktion und Nutzen analysiert und für das Unternehmen aufbereitet.

 

Kommentar der Energiewerkbank:

Die K.Group unterstützt Unternehmen aus der Energiewirtschaft häufig in Fragestellungen aus dem Bereich des Technology Scoutings. Wir kennen Best Practices  und helfen gerne bei der Identifikation von relevanten Kanälen bis hin zu Etablierung von internen Prozessen. Eine Erkenntnis hat sich in letzter Zeit zunehmend manifestiert:

Bei all dem Suchen und Screenen von Technologien sollten Unternehmen  nicht ihre eigenen Problemstellungen und die Bedürfnisse ihrer Kunden aus den Augen verlieren. Schließlich hilft es nicht krampfhaft zu versuchen Anwendungsfälle für neue Technologien zu finden, wie es beispielsweise oft bei der Blockchain Technologie der Fall ist. Viel wichtiger ist es beim Problem zu starten, sich zu überlegen welche technologischen Mechanismen das Problem lösen und dann die richtige Technologie dafür auszuwählen.

 

SelinaAutorin: Selina Groß
Innovationsmanagerin bei der K.LAB
Betriebswirtin und immer den neusten Technologietrends auf der Spur. Expertin für Geschäftsmodellentwicklung aus Kundenperspektive.

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