ASEW-Forum 2018: Frischer Wind & junge Ideen

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Sich von Start-Ups begeistern lassen! Unter diesem Motto tagten die ASEW-Mitglieder am 16.05.18 und 17.05.18. in Göttingen. Passend zum Motto wurden Themen gewählt, Start-Ups zum Referieren eingeladen und Arbeitskreise organisiert. Lösungsorientiert konnten die teilnehmenden EVU <hands-on> erleben und lernen, welche Geschäftsmodelle aktuell erfolgreich sind, welche Methoden junge Unternehmen anwenden und wie Start-Ups am Markt agieren, um sich ändernde Marktanforderungen zu antizipieren.

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Nach einer kleinen Vorstellung der ASEW, der aktuellen Themen und anstehenden Termine, folgten Impulsvorträge von extern geladenen Referenten.

Um die Veranstaltung in Stimmung zu bringen startete der inhaltliche Teil mit einem Impulsvortrag von Herrn Manuel Kreutz (Kreutz & Partner) zum Thema: Was ist Innovation? In einem packendem Vortrag schaffte es der Referent eine Abgrenzung zwischen Erfindung und Innovation zu ziehen. Fazit zum Vortrag: Eine Innovation kombiniert vorhandene Technologien und Erfindungen zu erfolgreichen Produkten, die das Nutzerverhalten verändern.

Anschließend widmete sich die Veranstaltung den anwesenden Ausstellern. In 2-Minuten-Pitches hatte jedes anwesende Start-Up / Jungunternehmen die Chance allen teilnehmenden EVU das eigene Unternehmen und die mitgebrachte Lösung vorzustellen. Die Start-Ups fokussierten Themen von modernen Vertriebsansätzen über Lösungen für die Wohnungswirtschaft bis zu Geschäftsmodellen mit Smart Meter Gateways. Durch das kurze und knackig gewählte Format kam Leben in die insgesamt ca. 120 Anwesenden EVU-Vertreter und die Aussteller konnten von interessierten Zuhörern profitieren.

Einen spannenden Beitrag vor versammelter Runde lieferte Jens Schmidt, Vorstand der Stadtwerke Gießen über das eigene Projekt: GründerWerkStadt. Präsentiert wurden Learnings aus dem Aufbau eines hauseigenen Accelerators. Ein humorvoller Beitrag aus dem hervorging, wie bspw. fehlender Entscheidungsmut banale Zeitverzögerungen hervorrufen kann und Prozesse unnötig in die Länge zieht. Fazit des Vortrages: EVU sind zwar nicht so schnell und oft nicht so innovativ im Handeln wie Start-Ups, weisen aber z.B. im Organisationsaufbau Kompetenzvorteile auf. Somit können sich in Kooperationen zwischen Gründern und EVU leicht Synergien ergeben, soweit taugliche Start-Ups gefunden werden, die auch willig sind mit EVU Partnerschaften einzugehen.

Den wohl markantesten Vortrag der Veranstaltung lieferte Christopher Kassulke – CEO von HandyGames – ab. Als langjähriger Marktteilnehmer zeigte der Referent die Herausforderungen und extrem kurzen Lebenszyklen von Trends in der Spielebranche auf. Das Unternehmen selbst begegnet der Welt stetig wechselnder Anforderungen mit der Verinnerlichung moderner Arbeitsformen. So setzt man in der Unternehmensstruktur auf Prinzipien der Holokratie und arbeitet in autarken Teams. Das Ganze eingebettet in ein Unternehmensorganigramm liefert keine vertikalen oder horizontalen Strukturen mehr – vielmehr heißt das Schaubild im Unternehmen von Herrn Kassulke „Bubble-Organigramm“. Selbstsicher-humorvoll hielt der Vortragende den Anwesenden einen blut-ehrlichen, überspitzten Spiegel vor und bemängelt Halbherzigkeit, fehlendes Commitment und fehlende Risikobereitschaft in der Energiebranche. Belebend und polarisierend sammelte der, sich selbst als „Rampensau“ bezeichnende CEO des Spieleunternehmens, einige Lacher ein und konnte aus seiner geschützten Position als branchenexterner anwesende Zuhörer motivieren und inspirieren. Fazit zum Vortrag: Es tut gut in andere, teils schnellere Branchen zu schauen, um einen Eindruck zu bekommen wie diese Herausforderungen antizipieren und wie mit dem Thema Digitalisierung umgegangen wird.

Passend zum Thema <Veränderung> folgte ein Vortrag zu den Auswirkungen von Visionen und Unternehmenskulturen auf Mitarbeiter eines Unternehmens. Henning Baumann von Wecreation spiegelte anhand seines persönlichen beruflichen Werdegangs ausschlaggebende Kulturwerte und Herausforderungen in Bezug auf die Gestaltung von Unternehmenskulturen. Fazit des Vortrages: Nur wenn Unternehmen es schaffen, Mitarbeitern und Interessenten von Anfang an Freiraum, Führung und eine gemeinsam formulierte Unternehmensvision zu bieten, werden die betroffenen Personen inspiriert, kreativ und proaktiv arbeiten und Mehrwerte im Unternehmen generieren.

Mit diesen Vorträgen war der frontale Teil der Veranstaltung auch schon beendet. Die ASEW selbst organisierte im Anschluss Fachforen zu ausgewählten Themen wie Smart City oder Geschäftsmodelle mit intelligenten Messsystemen in kleineren Teilnehmerkreisen, die methodisch und inhaltlich z.T. durch Gastmoderatoren begleitet wurden.

Durch ein gemeinsames Abendessen und eine humorvolle Theatervorstellung (Stille Hunde) im Rahmen der Abendveranstaltung am ersten Tag, wurden die Teilnehmer  zum Ausklingen und Netzwerken in das Deutsche Theater durch die Stadtwerke Göttingen eingeladen.

Fokus des Folgetages waren die bestehenden ASEW-Arbeitbeitskreise: Kundenservice und Medien, Energiemanagementsysteme, Energiedienstleistungen, Wohnungswirtschaft, Gewerbekunden, Vertrieb und Marketing, Forschung und Innovation. Hier fanden Workshops im Rahmen der entsprechenden Teilnehmerkreise statt – z.T. mit Impulsen externer Referenten zu spezifischen, detaillierten Themen, um den Wissensaustausch zu fördern.

Einschätzung der Energiewerkbank:

Die Tagung überraschte mit Blick auf Interaktion, Auswahl der Referenten und Formate zum Wissensaustausch. Das Ziel, „sich von Start-Ups begeistern lassen!“, wurde aus unserer Sicht erreicht. In der breiten Masse an ähnlichen Veranstaltungen in der Energiewirtschaft, bewies die ASEW mit der Wahl der Themen, Referenten und Impulsen, Mut und Organisationsgeschick. Das ASEW-Forum ist eine tolle Gelegenheit nicht nur oberflächlich zu diskutieren, sondern auch mal mit Experten Themen aufzubohren und gemeinsam den Wissensaustausch fördern!

Autor: Adam Wolf

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