Smart, digital {&} vernetzt: die 3. SZ-Impulstagung am EUREF-Campus in Berlin

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Zu der Leitfrage: „Wie kann sich die Energiebranche neu erfinden?“ fand am 18.04.2018 am EUREF-Campus in Berlin die 3. SZ-Implulstagung – Smart, digital & vernetzt – statt. Eine eindeutige Antwort auf die Frage konnten die Referenten den Teilnehmern nicht liefern. Stoßrichtungen, wohin die Reise in der Energiebranche gehen kann wurden diskutiert. Zu den Themen gehörten die üblichen Verdächtigen: Monetarisierung von Smart-Meter-Daten, E-Mobilität und Blockchain.

Bereits die Key-Note der Veranstaltung durch Prof. Dr. Christoph Meinel (Hasso Plattner Institut) versprach spannende Diskussionen über die Potentiale der Digitalisierung. Hierbei stieß der Referent in die Wechselbeziehung zwischen Unsicherheit und Sicherheit hinein: Unternehmen müssen in der heutigen Zeit in höchster Unsicherheit agieren und Produkte platzieren, dabei aber stets den Aspekt der Sicherheit des Kunden und seiner Daten gewährleisten.

Überschattet von Sorgen der Teilnehmer zum Thema Datenschutz waren die referierenden Unternehmen bemüht herauszuarbeiten, dass nicht die neue Datenschutz Grundverordnung (Mai 2018) ein Hemmnis für digitale Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft darstellt, sondern nach wie vor der langwierige Rollout intelligenter Messsysteme innovativen Unternehmen Probleme bereitet ihre visionären Ideen umzusetzen.

Zum Thema Mobilität der Zukunft waren sich die Teilnehmer der Podiums-Diskussion einig, dass es in Deutschland eines engeren Zusammenwachsens der beiden betroffenen Branchen – Energiewirtschaft und Automobil – bedarf, um die Produktentwicklungsdefizite gegenüber den Wirtschaftsräume China und USA aufzuholen.

Der Hype um die Blockchain hat an der Tagung keinen neuen Höhepunkt erreicht. Langsam scheint die Technologie aus den Baby-Schuhen herauszuwachsen. So schwenkte sich die Diskussion über die Potentiale in der dezentralen P2P-Versorgung auf zwei Kernbotschaften ein:

  • Die Technologie der Blockchain befindet sich noch im Forschungsstadium und benötigt Zeit, um in profitablen Geschäftsmodellen zu münden.
  • Damit die Energiebranche das volle Potential des Werkzeuges „Blockchain“ nutzen kann, bedarf es noch einiger Aufklärungsarbeit.

Die Tagung wurde durch einen spannenden Beitrag des Zukunftsforums Öffentlicher Sicherheit e.V. über Risiken der Vernetzung in Bezug auf das Krisenmanagement kritischer Infrastrukturen. In Zeiten akuter Gefahr durch Cyber-Angriffe müssen sich Netzbetreiber neuen Herausforderungen stellen, die über die aktuellen Kompetenzfelder herausragen. Als Beispiel nannte der Referent Stefan Boy, Gefahren durch koordinierte Angriffe auf bspw. smarte Geräte der gleichen Art in Haushalten (Fernseher). Ein gleichzeitiges An- und Abschalten derer könnte das Stromsystem in ernstzunehmende Schwierigkeiten bringen.

Außerdem haben sich die Unternehmen Fresh Energy, Thermondo und die Centralschweizerische Kraftwerke AG vorgestellt. Hier wurden jeweils die zum Teil agil entwickelten Geschäftsmodelle beworben und ihre Erfolgsfaktoren wie z.B. die Fokussierung auf einen ‚lean‘-en Ansatz, die maximale Ausnutzung von Teamkompetenzen und -Kommunikation oder den Aufbau einer hochklassigen Fachkompetenz in einem streng definierten Themenbereich vorstellt.

Den offiziellen Teil der Tagung hat Dr. Gerhard Holtmeier (Vorstandsvorsitzender der GASAG AG) mit einem positiven Ausblick für regionale Gasversorger, die in ihrer Rolle als Betreiber vorhandener Infrastrukturen bereits in der Vergangenheit viele Transformationen durchlebt haben und auch in Zukunft Teil des digitalen Wandels sein werden.

Ein Lächeln aller Teilnehmer hat der Bewertungsbogen der Tagung provoziert: Wo auf dem Podium digitale und smarte Trends diskutiert wurden und Konzepte für neue Geschäftsfelder aufgezeigt wurden, war der Bewertungsbogen der Tagung nach wie vor, ein Blatt Papier zum Kreuzchen setzen – ein Paradebeispiel für die Heterogenität von Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung.

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Miniaturdarstellung des EUREF-Campus

Ein Highlight der Veranstaltung stellte die Führung über den EUREF-Campus dar. Das ehemalige GASAG-Gelände im Süden Berlins ist als privates Immobilienprojekt ein zukunftsorientierter Unternehmenscampus bestehend aus Co-Creative Spaces, Acceleratoren, Start-Up Firmengebäuden, Standorten renommierter Unternehmen und vieler weiterer Akteure. Gebaut um das Berliner Gasometer fasziniert der Campus mit seiner Atmosphäre moderner, kollektiver Arbeit und Co-Kreation. Als Besucher fühlt man sich angesteckt von ein wenig Zukunft in der smarte Micro-Grids Realität sind und autonom Fahrende Busse inspirierte Personen zu Meetings transportieren aus denen nachhaltige Zukunftsprojekte wachsen. Mehr zum EUREF-Campus schreiben wir in unserem nächsten Blogbeitrag!

Einschätzung der Energiewerkbank

Für eine Tagung, die neue Wege der Energiebranche aufzeigen wollte, waren überraschend wenige Vertreter der klassischen Energiewirtschaft anwesend. Die angeschnittenen Themen haben ein hohes Potential neue Wege mitzugestalten – leider blieben die Inhalte zu sehr an der Oberfläche. Die Veranstaltung bot Teilnehmern einen guten Einblick in aktuelle relevante Entwicklungen. Wer allerdings noch weiter über den Tellerrand hinausblicken wollte blieb unbefriedigt. Wir hoffen, dass der EUREF-Campus weiterhin Gastgeber für Arbeitstreffen bleibt, da ein solcher Zukunftsstandort Kreativität fördert und Themen wie der ‚E-Mobilität von Morgen‘ viele Ohren und kreative Persönlichkeiten bietet.

Autor: Adam Wolf

 

Diskussionsteilnehmer (Podiumsdiskussionen):

  • EWE AG
  • Eigensonne
  • WIR von HIER
  • Polarstern GmbH
  • ENTEGA AG
  • InnoZ
  • Digital Energy Solutions
  • ubitricity
  • Stadtwerke Bochum
  • Blockchain Bundesverband
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.
  • Arvato Systems Perdata
  • Allgäuer Überlandwerk

Links

https://www.sv-veranstaltungen.de/fachbereiche/3-sz-impulstagung-smart-digital-und-vernetzt/

https://www.euref.de/de/

 

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