Geschäftsmodell des Monats Januar: Clean Energy Pack

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Clean Energy Global entwickelt modulare Wechselbatterien, cleanenergypacks (cep). Diese lassen sich über die Menge der einzelnen Einheiten skalieren und zu Speichersystemen zusammenbauen. Das StartUp ist somit Systemkomplettanbieter und liefert außer den einzelnen Einheiten auch die Vernetzungsinfrastruktur der Speicher.

Parameter des Speichers:

  • Format: Aktenkoffer
  • Gewicht: 25 kg
  • Kapazität: 5 kWh
  • Ausgangsspannung: 48 Volt
  • Preis: ca. 1.500 Euro

https://www.cleanenergypack.de/deutsch/

Bildergebnis für cleanenergyglobal
Abbildung einer Speichereinheit

Was sagt das Energiewerkbank Innovationsbarometer?

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Wer sind die Zielgruppen?

Das Produkt von Clean Energy Global adressiert das B2B-Geschäft. Gemeint sind Infrastrukturdienstleister, Energieversorgungsunternehmen (EVU) und elektrische Last- und Nutzwagenhersteller. An den Endnutzer (z.B. Prosumer) selbst möchte sich das StartUp nicht direkt wenden. Das Unternehmen will Dienstleister befähigen eine Speicherinfrastruktur zunächst für zwei Märkte anzubieten:

  • E-Mobilität
  • Prosumer (PV, BHKW, …).

Was ist die Vision?

Die Vision beim Einsatz von ceps ist eine „shared economy“ in Bezug auf Stromspeicher. Kern dieser Idee ist das zeitliche Verschieben des Ladevorgangs im E-Mobilitätsmarkt. So könnte beispielsweise der Ladevorgang von E-Mobilen drastisch verkürzt werden, da leere Speichereinheiten einfach gegen volle austauschbar wären.

Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

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Impulse zum Geschäftsmodell in Form des Business Model Canvas

In welchem Stadium befindet sich das Geschäftsmodell?

Das StartUp befindet sich in der Frühphase (Early Stage), die prinzipielle Umsetzung des Produkts konnten sie schon belegen (Proof of Concept). Aktuell suchen sie eine Finanzierung von 1,25 Mio. Euro, um mit den Einheiten noch 2018 in die Serienproduktion zu gehen. Das Unternehmen möchte bereits 9 Monate nach der Kapitalaufstockung fertige Speichersysteme liefern können. Erste Kooperationen mit EVU sind in der Anbahnung. Der Preis pro Speichereinheit im B2B-Geschäft haben Sie auf ca. 1.500€ beziffert, für Leistungen zur Systemauslegung und Bereitstellung der Infrastruktur liegen noch keine Zahlen vor. Das StartUp sucht nach Kooperationen mit EVU, um neue Anwendungsfälle gemeinsam zu erarbeiten und diese auch umzusetzen.

Wer sind die Wettbewerber?

Der Markt der Stromspeicher ist bereits hart umkämpft, hier finden sich die reinen Hardwarehersteller wie Varta, E3/DC oder auch das Startup Voltstorage. Andererseits finden sich am Markt auch die Systemkomplettanbieter, wie z.B. Sonnen oder Senec, die Ihr Geschäftsmodell rund um die Organisation der Vernetzung wie etwa einzelner Prosumer aufbauen. Dass ein Synergiepotential in den Märkten der Prosumer und der E-Mobilität besteht zeigt die Automobilbranche in jüngster Zeit. So haben Automobilkonzerne wie z.B. Tesla und Mercedes seit einige Zeit Heimspeicher im Blick. Aus Sicht des StartUps gibt es kein Unternehmen am Markt, das einen modularen, portablen und skalierbaren Speicher mit dem Ansatz der „shared economy“ verfolgt.

Welchen Nutzen bietet eine Kooperation? Was sind spezifische Anwendungsfälle?

Endkunden im Stromspeichergeschäft scheuen oft vor allem die hohen Hardwarekosten. Zusätzlich besteht die Angst der kurzen Lebensdauer von Speichern — dieser kann durch einen shared-Ansatz mit einer Austauschbarkeit von Stromeinheiten nach „Butan-Gasflaschen-Prinzip“ begegnet werden. Das StartUp selbst beziffert die technische Lebensdauer der ceps im stationären Betrieb auf 10 Jahre (6.000 Vollladezyklen). EVUs wären bei einem Angebot einer cep-Infrastruktur in der Lage, eine Nutzugsgebühr für die Shared-Infrastruktur zu verlangen und somit die Preisstruktur im Speichermarkt zu verändern.

Für den Fall von E-Nutzfahrzeugen nennt das StartUp selbst den Anwendungsfall von E-Gabelstaplern. Diese benötigen heute mehrere Stunden an der Ladestation und beeinflussen somit oft Logistikprozesse. Ein Effizienzzuwachs durch austauschbare ceps kann in einer geringeren Anzahl von Staplern resultieren. Die Bereitstellung der ceps und der zugehörigen Infrastruktur in einem Gewerbepark wäre eine Option für Infrastrukturdienstleister.

Wer gehört zum Team?

  • Peter Marchl GF/CTO
  • Philipp Rosengarten GF/CFO
  • Christoph Stürmer, Co-Gründer

Was sind die Herausforderungen?

Herausforderungen für das Unternehmen werden sein, sich am umkämpften Markt der Stromspeicher zu etablieren und große Stückzahlen zu realisieren. Zwar entsprechen die Speichereinheiten dem Stand der Technik und sind mit 1.500 € je Einheit (5 kWh) bezahlbar, allerdings reicht der reine Erwerb von Einheiten für einen Kunden nicht aus. Erfolgreiche Vorzeigepiloten in Bezug auf die Finanzdimension sollen Kooperationsgespräche vereinfachen. Zusätzlich stellt die Kompatibilität zu anderen Komponenten eine Herausforderung dar: Im Falle von proprietären Systemen im Bereich der E-Mobilität gilt es die Hürden zu bewältigen und die Anbindung der Einheiten zu ermöglichen.

Einschätzung K.GROUP / K.LAB

Das Modell zeigt einen interessanten Weg im Speichermarkt Wertschöpfungsansätze für Energieversorger aufzubauen: Endkunden können Speicher proportional zur tatsächlich Nutzung anmieten und zahlen dafür deutlich weniger als beim eigenen Kauf. Das größte Potential existiert aus Sicht der K.GROUP im Bereich der industriellen E-Mobilität, bei der kurze Ladezyklen von enormer Bedeutung sind.

Weitere Infos

Alumni des E.ON Agile Accelerators

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